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ACHTUNG: Noch im Aufbau!
Mr. Jones von der Herren-Farm hatte die Hühnerställe zur
Nacht zugesperrt, war aber zu betrunken, um auch noch daran
zu denken, die Schlupflöcher dichtzumachen. Im hin- und
hertanzenden Lichtkreis seiner Laterne schlingerte er quer über
den Hof, schleuderte sich an der Hintertür die Stiefel von den
Füßen, zapfte sich aus dem Fäßchen in der Spülküche ein letztes
Glas Bier und schaffte sich hoch ins Bett, wo Mrs. Jones bereits
schnarchte.
Gleich als das Licht im Schlafzimmer erlosch, begann es in
allen Farmgebäuden zu kreuchen und fleuchen. Tagsüber hatte
sich die Kunde verbreitet, daß Old Major, der preisgekrönte,
mittelgroße, weiße Keiler, vergangene Nacht einen sonderbaren
Traum gehabt hätte, den er den übrigen Tieren mitteilen wolle.
Man war übereingekommen, sich vollzählig in der großen
Scheune einzufinden, sobald Mr. Jones nicht mehr im Wege
stand. Old Major (wie er stets genannt wurde, obwohl der Name,
unter dem er ausgestellt worden war, 'Willingdoncr Pracht'
lautete) genoß ein so hohes Ansehen auf der Farm, daß ein jeder
gern bereit war, ein Stündchen Schlaf zu opfern, um zu hören,
was er zu sagen hatte.
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Der torkelne Mr.Jones
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Auf einer Art Empore an einem Ende der großen Scheune
hatte es sich Major auf seinem Strohlager bereits behaglich
gemacht. Über ihm baumelte eine Laterne von einem Balken. Er
zählte zwölf Jahre und hatte in letzter Zeit tüchtig angespeckt,
war aber noch immer ein majestätisch anzuschauendes Schwein
von weiser und gütiger Erscheinung, ungeachtet des Umstands,
daß seine Hauer nie gekappt worden waren. Bald begannen auch
die übrigen Tiere einzutreffen und es sich nach ihrer jeweiligen
Art bequem zu machen. Zuerst kamen die drei Hunde,
Glockenblume, Jessie und Zwickzwack, und dann die Schweine,
die sich im Stroh direkt vor der Plattform niederließen. Die
Hühner hockten sich auf die Fenstersimse, die Tauben flatterten ins
Sparrenwerk auf, die Schafe und Kühe lagerten sich hinter
den Schweinen und fingen an wiederzukäuen. Die beiden
Zugpferde, Boxer und Kleeblatt, kamen gemeinsam herein; sie
gingen sehr langsam und setzten ihre mächtigen, behaarten Hufe
aus Furcht, es könne irgendein kleines Tier im Stroh verborgen
liegen, ganz behutsam auf. Kleeblatt war eine stämmige
Mutterstute, die sich den mittleren Jahren näherte und die nach
ihrem vierten Fohlen ihre alte Figur nie wieder so recht
zurückgewonnen hatte.
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Old Major auf der Empore, darunter Napoleon
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Boxer war ein Mordstier, beinahe
achtzehn Hand hoch und so stark wie zwei gewöhnliche Pferde
zusammen. Eine Blesse auf der Nase verlieh ihm ein etwas
dümmliches Aussehen, und er war auch wirklich keine große
Leuchte, wurde aber wegen seiner Charakterfestigkeit und
ungeheuren Arbeitskraft allgemein geachtet. Nach den Pferden
kamen Muriel, die weiße Ziege, und Benjamin, der Esel.
Benjamin war das älteste Tier auf der Farm und das
übellaunigste. Er sprach selten, und wenn, dann meist nur, um
irgend eine zynische Bemerkung von sich zu geben - er sagte
beispielsweise, Gott habe ihm zwar einen Schwanz geschenkt,
um damit die Fliegen zu verscheuchen, doch er persönlich
würde lieber sowohl auf Schwanz wie Fliegen verzichtet haben.
Er war das einzige Tier auf der Farm, das niemals lachte. Fragte
man ihn warum, so pflegte er zu entgegnen, er fände nichts zum
Lachen. Trotzdem hing er, ohne dies offen einzugestehen, an
Boxer; die beiden verbrachten für gewöhnlich ihre Sonntage
zusammen auf der kleinen Koppel hinter dem Obstgarten,
grasten Flanke an Flanke und sagten nie einen Ton.
Die beiden Pferde hatten sich eben niedergelegt, da schnürte
eine Schar Entlein, die ihre Mutter verloren hatten, kläglich
piepsend in die Scheune und watschelte hin und her, um einen
Platz zu finden, wo man nicht auf sie treten würde. Kleeblatt
legte mit ihrem langen Vorderbein eine Art Mauer um sie, und
die Entlein kuschelten sich ein und waren auf der Stelle
eingeschlafen. Im letzten Augenblick kam Mollie, die törichte,
hübsche Schimmelstute, die Mr. Jones offenen Zweisitzer zog,
geziert hereingetrippelt und malmte ein Stück Zucker. Sie
wählte sich einen Platz weit vorne und begann kokett ihre weiße
Mähne zu schütteln, in der Hoffnung, damit auf die roten
Bänder aufmerksam zu machen, mit der sie durchflochten war.
Zuallerletzt erschien die Katze, die wie üblich Ausschau nach
dem wärmsten Plätzchen hielt und sich schließlich zwischen
Boxer und Kleeblatt drängte; dort schnurrte sie Majors ganze
Rede über zufrieden, ohne auch nur auf ein Wort von dem zu
hören, was er sagte.
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Boxer
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Bis auf Moses, den zahmen Raben, der auf einer Vogelstange
bei der Hintertür schlief, waren jetzt alle Tiere anwesend. Als
Major sah, daß alle es sich bequem gemacht hatten und gespannt
warteten, räusperte er sich und begann:
»Genossen, ihr habt schon von dem sonderbaren Traum
vernommen, den ich letzte Nacht hatte. Doch auf den Traum
komme ich später zu sprechen. Zuerst habe ich euch noch etwas
anderes zu sagen. Ich glaube nicht, Genossen, daß ich noch sehr
viele Monate unter euch weilen werde, und bevor ich sterbe,
halte ich es für meine Pflicht, euch die Weisheit weiterzugeben,
die ich mir erworben habe. Hinter mir liegt ein langes Leben, ich
hatte viel Zeit nachzudenken, während ich allein in meinem
Koben lag, und ich darf wohl von mir behaupten, daß ich die
Natur des Daseins auf dieser Erde ebensogut begreife wie nur
irgendein heute lebendes Tier. Und darüber möchte ich zu euch
sprechen.
Nun, Genossen, wie ist die Natur dieses unseres Lebens?
Seien wir ehrlich: unser Leben ist elend, mühevoll und kurz.
Wir werden geboren, wir bekommen gerade soviel Futter, daß
uns die Puste nicht ausgeht, und wer von uns dazu geeignet ist,
wird gezwungen, bis zum letzten Deut seiner Kraft zu schuften;
und just in dem Augenblick, wo es mit unserer Nützlichkeit aus
ist, werden wir mit scheußlicher Grausamkeit hingeschlachtet.
Wenn es erst einmal ein Jahr alt geworden ist, hat kein Tier in
England mehr eine Vorstellung von Muße und Glück. Kein Tier
in England ist frei. Das Leben eines Tieres ist Jammer und
Sklaverei: das ist die nackte Wahrheit.
Doch liegt dies einfach in der Ordnung der Natur? Liegt es
daran, daß dieses unser Land zu arm ist, um denen, die es
bevölkern, ein anständiges Leben bieten zu können? Nein,
Genossen, und tausendmal nein! Englands Boden ist fruchtbar,
sein Klima ist gut, es ist durchaus imstande, einer
unvergleichlich größeren Zahl von Tieren als jetzt darauf
wohnen Futter im Überfluß zu bieten. Unsere eine Farm hier
würde ein Dutzend Pferde, zwanzig Kühe, Hunderte von
Schafen ernähren - und alle würden sie in einer Bequemlichkeit
und Würde leben, die wir uns jetzt kaum vorzustellen vermögen.
Warum also leben wir in diesem elenden Zustand weiter? Weil
uns fast das gesamte Produkt unserer Arbeit von Menschen
gestohlen wird. Darin, Genossen, liegt die Antwort auf all
unsere Probleme. Sie läßt sich in einem einzigen Wort
zusammenfassen -- Mensch. Der Mensch ist unser einzig
wirklicher Feind. Laßt den Menschen von der Bildfläche
verschwinden, und der Urgrund von Hunger und Überarbeitung
ist ein für alle mal beseitigt.
Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das konsumiert, ohne zu
produzieren. Er gibt keine Milch, er legt keine Eier, er ist zu
schwach, den Pflug zu ziehen, er läuft nicht schnell genug, um
Kaninchen zu fangen. Und doch ist er Herr über alle Tiere. Er
schickt sie an die Arbeit und läßt ihnen dafür das bare
Existenzminimum, damit sie ihm nicht verhungern, und den
Rest behält er für sich. Unsere Arbeit ackert den Boden, unser
Dung düngt ihn, und doch gibt es keinen unter uns, der mehr
besäße als die nackte Haut. Ihr Kühe dort vor mir, wie viele
tausend Gallonen Milch habt ihr in diesem letzten Jahr gegeben?
Und was ist mit jener Milch geschehen, mit der robuste
Kälbchen hätten großgezogen werden sollen? Jeder Tropfen
davon ist die Kehlen unserer Feinde hinuntergeronnen. Und ihr
Hennen, wie viele Eier habt ihr in diesem letzten Jahr gelegt,
und aus wie vielen dieser Eier sind je Küken geschlüpft? Alle
übrigen sind auf den Markt gewandert, um Jones und seinen
Leuten Geld zu bringen. Und du, Kleeblatt, wo sind die vier
Fohlen, die du geboren hast und die die Stütze und Erbauung
deines Alters hätten sein sollen? Ein jedes wurde verkauft, als es
ein Jahr alt war - du wirst keins von ihnen jemals mehr
wiedersehen. Was hast du als Dank für deine vier Niederkünfte
und all deine Feldarbeit je anderes erhalten als die kargen
Rationen und einen Stall?
Und nicht einmal das elende Leben, das wir fristen, darf seine
natürliche Spanne währen. Ich, für mein Teil, murre nicht, denn
ich gehöre zu den Glücklichen. Ich bin zwölf Jahre alt und habe
über vierhundert Kinder gehabt. So verläuft ein natürliches
Schweineleben. Doch am Ende entgeht kein Tier dem
grausamen Messer. Ihr jungen Mastferkel, die ihr da vor mir
sitzt, binnen einem Jahr wird ein jedes von euch sein Leben auf
dem Hackklotz ausquieken. Dieses Grauen erwartet uns alle -
Kühe, Schweine, Hühner, Schafe, jeden. Selbst den Pferden und
Hunden steht kein besseres Schicksal bevor. Dich, Boxer, wird
Jones an genau dem Tag, da deine mächtigen Muskeln
erlahmen, dem Abdecker verkaufen, der dir die Kehle
durchschneiden und dich für die Fuchshunde einkochen wird.
Und was die Hunde betrifft, denen bindet Jones einen
Ziegelstein um den Hals und ersäuft sie im nächstbesten Teich,
wenn sie alt werden und die Zähne verlieren.
Ist es also nicht glasklar, Genossen, daß alle Übel dieses
unseres Lebens der Tyrannei der Menschen entspringen? Werdet
nur erst den Menschen los, und die Produkte unserer Arbeit
gehören uns. Beinahe über Nacht könnten wir reich und frei
werden. Was, also, müssen wir tun? Nun, natürlich Tag und
Nacht mit Leib und Seele auf den Sturz des
Menschengeschlechts hinarbeiten! Das ist meine Botschaft an
euch, Genossen: Rebellion! Ich weiß nicht, wann diese
Rebellion kommen wird, vielleicht in einer Woche oder in
hundert Jahren, doch ich weiß, so gewiß, wie ich dieses Stroh
hier unter meinen Füßen sehe, daß früher oder später
Gerechtigkeit geübt werden wird. Darauf, Genossen, heftet
während der euch noch verbleibenden, kurzen Lebensspanne
fest den Blick! Und vor allem, gebt diese meine Botschaft jenen
weiter, die nach euch kommen, damit zukünftige Generationen
den Kampf bis zum siegreichen Ende weiterführen.
Und vergeßt nicht, Genossen, nie darf eure Entschlußkraft ins
Wanken geraten. Kein Argument darf euch irreleiten. Hört nie
auf jene, die euch erzählen, der Mensch und die Tiere hätten ein
gemeinsames Interesse, der Wohlstand des einen bedinge den
Wohlstand der anderen. Lauter Lügen. Der Mensch dient einzig
und allein seinem eigenen Interesse. Und unter uns Tieren soll
vollkommene Eintracht, vollkommene Genossenschaft im
Kampf herrschen. Alle Menschen sind Feinde. Alle Tiere sind
Genossen.«
In diesem Augenblick entstand ein Riesentumult. Während
Major sprach, waren vier große Ratten aus ihren Löchern
gekrochen, die ihm, auf ihren Hinterteilen sitzend, zuhörten.
Plötzlich hatten die Hunde sie entdeckt, und nur ein Blitzspurt in
ihre Löcher rettete den Ratten das Leben. Major hob Ruhe
gebietend seine Haxe.
»Genossen«, sagte er, »dieser Punkt bedarf der Klärung. Die
wildlebenden Geschöpfe, wie Ratten und Kaninchen - sind sie
unsere Freunde oder unsere Feinde? Wir lassen darüber
abstimmen. Ich unterbreite der Versammlung die Frage: Sind
Ratten Genossen?«
Man schritt sogleich zur Abstimmung und kam mit
überwältigender Mehrheit überein, daß Ratten Genossen seien.
Es gab nur vier Gegenstimmen, die der drei Hunde und die der
Katze, die freilich, wie sich später herausstellte, für beide Seiten
gestimmt hatte. Major fuhr fort:
»Ich habe nur noch wenig zu sagen. Ich wiederhole bloß:
denkt stets an eure Pflicht, dem Menschen und all seinem Tun
feindlich gegenüberzustehen. Alles was auf zwei Beinen
einhergeht, ist ein Feind. Alles was auf vier Beinen einhergeht
oder Flügel hat, ist ein Freund. Und denkt auch daran, daß wir in
unserem Kampf gegen den Menschen ihm nie gleich werden
dürfen. Auch wenn ihr ihn besiegt habt, verfallt nicht in seine l
Laster. Kein Tier darf je in einem Haus wohnen, l oder in einem
Bett schlafen, oder Kleider tragen, l oder Alkohol trinken, oder
Tabak rauchen, oder Geld anrühren, oder Geschäfte machen.
Der Mensch hat nur schlimme Gewohnheiten. Und vor allem
darf ein Tier nie seinesgleichen unterdrücken. Schwach oder
stark, schlau oder schlicht, wir alle sind Brüder. Kein Tier darf
je ein anderes töten. Alle Tiere sind gleich.
Und jetzt, Genossen, will ich euch von meinem Traum der
letzten Nacht erzählen. Beschreiben kann ich euch diesen Traum
nicht. Es war ein Traum von der Erde, so wie sie dereinst sein
wird, wenn der Mensch verschwunden ist. Doch er erinnerte
mich an etwas, das ich lange vergessen hatte. Vor vielen Jahren,
als ich noch ein kleines Schweinchen war, da pflegten meine
Mutter und die anderen Sauen ein altes Lied zu singen, von dem
sie nur die Melodie und die ersten drei Worte kannten. In meiner
Kindheit hatte ich diese Melodie auch gekannt, doch seitdem ist
sie mir längst aus dem Sinn gekommen. Letzte Nacht jedoch
kehrte sie mir im Traum zurück. Und nicht nur das, auch die
Worte des Liedes kehrten zurück - Worte, die, ich bin sicher,
von den Tieren vor langer Zeit gesungen wurden und die der
Erinnerung generationenlang entfallen waren. Dieses Lied,
Genossen, will ich euch jetzt vorsingen. Ich bin alt und meine
Stimme ist heiser, aber wenn ich euch die Melodie erst einmal
beigebracht habe, werdet ihr es selbst besser singen. Das Lied
heißt: Tiere Englands.«
Old Major räusperte sich und begann zu singen. Seine Stimme
war, wie er selbst gesagt hatte, heiser, aber er sang doch recht
ordentlich, und die Melodie war mitreißend, ein Mittelding
zwischen Hänschenklein und La Cucaracha. Die Worte
lauteten:
»Tiere Englands, Tiere Irlands,
Tiere, ihr, von fern und weit,
Höret meine frohe Botschaft
Von der gold'nen Zukunftszeit.
Seid gewiß, der Tag wird kommen,
Wo der Tyrann Mensch muß geh'n,
Und auf Englands satten Fluren
Werden nur noch Tiere steh'n.
Nasenringe werden schwinden,
Das Geschirr wird abgeschnallt,
Bügel, Sporen werden rosten,
Keine Peitsche dann mehr knallt.
Unvorstellbar reiche Güter:
Korn und Gerste, Klee und Heu,
Hafer, Bohnen, Mangoldwurzeln,
Schenkt uns dieser Tag erst neu.
Leuchten werden Englands Felder,
Lauterer sein Wasser rinnt,
Lieblicher die Lüfte wehen,
Wenn der Freiheit Tag beginnt.
Diesen Tag gilt's zu erringen,
Sterben wir auch, eh er naht;
Kuh und Roß und Gans und Truthahn
Müssen säen der Freiheit Saat.
Tiere Englands, Tiere Irlands,
Tiere, ihr, von fern und weit,
Hört und kündet frohe Botschaft
Von der gold'nen Zukunftszeit.«
Das Singen dieses Liedes versetzte die Tiere in helle
Aufregung. Noch fast ehe Major zu Ende gekommen war, hatten
sie begonnen, es für sich allein zu singen. Sogar die dümmsten
unter ihnen hatten schon die Melodie und ein paar der Worte
aufgeschnappt, und was die klügeren, wie Schweine und Hunde,
anlangte, so konnten die das ganze Lied in wenigen Minuten
auswendig. Und dann brach, nach einigen Probeversuchen, die
ganze Farm mit ungeheurer Einstimmigkeit in Tiere Englands
aus. Die Kühe muhten es, die Hunde jaulten es, die Schafe
blökten es, die Pferde wieherten es, die Enten quakten es. Sie
waren so begeistert von dem Lied, daß sie es gleich fünfmal
hintereinanderweg sangen und es vielleicht noch die ganze
Nacht hindurch gesungen hätten, wenn sie nicht unterbrochen
worden wären.
Unglücklicherweise weckte der Spektakel Mr. Jones auf, der
aus dem Bett sprang, weil er mit Sicherheit glaubte, daß sich ein
Fuchs auf dem Hof herumtrieb. Er griff sich die Flinte, die
immer in einer Ecke seines Schlafzimmers lehnte, und feuerte
eine Ladung Schrot vom Kaliber 6 in die Dunkelheit hinaus. Die
Schrotkörner gruben sich in die Scheunenwand, und die
Versammlung zerstreute sich eilends. Ein jedes floh zu seinem
Schlafplatz. Das Federvieh hüpfte auf seine Stangen, die
anderen Tiere legten sich ins Stroh, und im Nu war die ganze
Farm eingeschlafen.
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Fienchen van der Weide
(31.05.2004-17:01)
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